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Sessions (50)

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29. Apr. 2008

Ihr habts schon gemerkt, wir stehen auf die Hamburger Band peters. Ein Interview mit der Band findet ihr deswegen in Podcast Nummer 35, die komplette Akustiksession, die wir mit Sänger Torben und Keyboarder Jöbst im Altonaer Proberaum aufgenommen haben, gibt es in diesem Artikel. Akustisch klingen die Jungs mal sowas von anders, als auf ihrer ziemlich geilen neuen Platte auf dem Label unterm durchschnitt.
In der momentanen Veröffentlichungsflut an Deutschrockkapellen aufzufallen ist schon eine Kunst. “Auffallen durch Umfallen” heißt in diesem Sinne das Debütalbum der sechs quirligen Quergeister von peters., dessen programmatischer Titel sich als Handlungsanweisung zur Totalverweigerung entpuppt. So fällt die Bezeichnung der Musik auch auffallend schwer. Die knalligen Post-Hardcore-Attacken widersprechen lautstark den mit Pop liebäugelnden Refrains. Die Rhythmustruppe frickelt wild hinter den unikalen Gesangslinien und schmeißt sich zarten Pianosoundflächen an den Hals. Der Text dazu seziert Szenepolizisten und tritt Trends mit zynischen Gänsefüßchen. Was ist das? Nun, hier ist alles fühl- und tanzbar zugleich. Ein abgefunkter Zappeltanz.

Der Titel “Auffallen durch umfallen” beschreibt dabei vor allem die Live Auftritte der Jungs sagt Torben. Wenn peters. auf der Bühne mal wieder durchdrehen. Erleben konnten wir das in der letzten Zeit bei der Release Party im Jäger Ende März, als der Band haufenweise Tangas von den Instrumenten hingen und im Vorprogramm von Kettcar. Das nächste Konzert von peters. gibts am 12.5. in der Astra Stube.

PETERS. subjekt-objekt (iLIVE Acoustic Session)

28. Apr. 2008

Absurd. Da schwappen Woche für Woche mittelprächtige Bands aus Großbritannien über den Ärmelkanal und die Clubs füllen sich. Kommt dann mal eine Ausnahmetruppe wie die Young Knives, zählt das Molotow gerade mal 50 Gäste. Und diese Gäste sind nicht etwa das szenige 20 bis 30-jährige skinny-jeans Molotow-Stammpublikum, sondern fast ausschließlich Besucher Ü35. Absurd.

Wer jetzt allerdings denkt beim Konzert ging es deswegen nicht ab, der liegt weit daneben. Die Stimmung war wie auf jedem tanzbaren Indie Konzert: Wippende Knie in den hinteren Reihen und springende Körper vor der Bühne. Nur waren es eben keine schlackisgen Jungspunde, sondern wilde Senioren mit Brille, Bandshirt und Bierbauch!

Gut, ich übertreibe. Aber es war doch nicht zu übersehen, dass fast eine ganze Musikhörergeneration nicht anwesend war. Tja, habt ihr was verpasst! Denn wer gestern bei den Young Knives war, der tat das ja auch aus gutem Grund. Die Musik zwingt einem zum Tanzen, Mitsingen und, vor allem bei den älteren, männlichen Jahrgängen, zum Luftschlagzeug und Air Guitar spielen.

Die Setlist war eine gute Mischung aus altem und neuem Material, wobei vor allem die neuen Songs sehr viel rauher daherkamen als auf dem Album. Super! Das fanden auch die Blood Red Shoes, die den Abschluss ihres freien Tages in Hamburg gestern beim Konzert gefeiert haben.

Aber im Herbst kommen die Young Knives wieder. Bis dahin haben dann hoffentlich auch die vermeintlich hippen Hamburger Indie Fans gemerkt, dass es sich lohnt diese Band live zu sehen!

Eine Akustiksession von den Young Knives gibt’s ab 6.5. in der 36. iLIVE Folge.

28. Apr. 2008

Richtig kuschelig wars beim Konzert von Get Cape. Wear Cape.Fly . in der gut gefüllten Prinzenbar, da hätte sich sogar Seth Cohen wohlgefühlt. Auf der Bühne nur Sam, ein Live Drummer und sein Computer, der die Streichersounds des neuen Albums “Searching For The Hows And Whys” in den Live Sound eingeflochten hat. Sehr schön. Zwischendurch spielte der 22 Jährige Londoner ein paar akustische Songs. Aber nicht nur da, auch exklusiv für unseren Podcast

In Podcast 35 könnt ihr einen Song vom neuen Album hören. Wie versprochen kommt hier im blog die zweite Session von Sam Duckworth, aka Get Cape. Wear Cape.Fly. Aufgenommen vor dem Konzert, im Backstage Keller, zusammen mit Olaf, unserem Kollegen von der tollen Popwoche auf Tide .

Get Cape. Wear Cape. Fly – The Lighthouse Keeper (iLIVE Acoustic Version)

27. Apr. 2008


Wenn man um zwölf immer noch eine halbe Stunde anstehen muss, um ins Molotow zu kommen, dann kann man sich ausrechnen, was einen im Innenraum erwartet: Es wird voll!! Wenn man dann noch bedenkt, dass die Hushpuppies eine Stunde vorher die Luftfeuchtigkeit im Raum auf 90% aufgeladen und die Temperatur um mehrere Grad erhöht haben, dann braucht man nicht mehr viel Fantasie, sondern nur 5 Buchstaben: S A U N A!
Glitschige Arme, nasse Haare, T-Shirts zum Auswringen. Es war ein einziges Schweißbad, dass jede Wellness-Center-Dampfkammer wie ein Dörrgerät aussehen lässt.

Aber fangen wir von vorne an: Die ersten Songs durfte ich mir von der Treppe aus anhören, da Kasse und Garderobe nicht getrennt waren (Warum nicht? Bei den Wombats hat’s doch auch wunderbar geklappt..). Von daher musste ich mir meinen Weg vor die Bühne auch hart erkämpfen. Aber nach 3 Minuten Dampfschweißtreatment rutscht man eh besser an den Körpern vorbei.
Laura und Steve haben ordentlich Gas gegeben, was die gefühlten 3000 Gäste dankend angenommen haben. Das Moschpit vor der Bühne war nicht zu bremsen. Respekt! Bei Temperaturen, in denen man schon im Stehen 3 Kilo abnimmt, ist wildes Pogo-Springen Leistungssport. Da können sich die heutigen Hamburg-Marathon-Läufer ne Scheibe von Abschneiden. Apropos Scheiben, mit Fotos war an dem Abend auch nicht viel zu holen. Meine Kamera jedenfalls war dauerbeschlagen.

Das Konzert war grandios, wenn auch, und ich will wirklich nicht darauf rumreiten, viel zu viele Leute da waren. An Songlisten und ähnliche Sachen kann ich mich kaum erinnern, weil alles im schönsten Euphorietanzrausch an mir vorbeigezogen ist. Ach doch, zur Zugabe haben Steve und Laura Instrumente getauscht. Steve war zu dem Zeitpunkt auch schon oben ohne, denn es war, jaja, heiß.
Der T-Shirt-Verkauf nach dem Auftritt lief auf Hochtouren. Ich hatte auch kein Wechselshirt mit und hab mir am Ende auch ein Blood Red Shoes Shirt kaufen müssen, weil ich meinen Feuchtigskeitzustand niemandem zumuten wollte.

Ein betrunkenes Kurzinterview mit Steve Blood Red Shoes und natürlich ein umfassender Partybericht gibt’s im nächste iLIVE (erscheint am 6. Mai)!!

26. Apr. 2008

Noch spielen die Hushpuppies im Molotow. Ich musste leider früher gehen, da ich, und es ist mir fast unangenehm das zu schreiben, aber ich bin früher weg, weil ich Hunger hatte. So, jetzt ist es draußen. Aber jetzt sitze ich hier mit einem schönen Teller Spaghetti und meine Welt ist in Ordnung. Eigtentlich wollte ich ja auch gar nicht zu den Hushpuppies. Ich bin da eher zufällig reingeraten. Weil später ja noch die Blood Red Shoes im ersten Club NME Deutschlands spielen und da auch exklusiv Londoner DJs auflegen, bin ich ins Molotow um besagte Band und Discjockeys zu interviewen. Da sich aber wie immer alles verzögerte, hatte ich die Chance mir fünfzehn Minuten Hushpuppies zu geben. Und ich sage nur: krass!
Erst stand ich hinten am Molotowkonzertraumeingang doch die Musik war so mitreißend, dass ich mich der tanzenden Menge vor der Bühne angeschlossen habe. Es bringt eben nichts, Konzerte aus einer dunklen Ecke ganz weit hinten zu erleben. Zwischen heißen Körpern und unter dem Schweißregen der Decke erlebt man die eigentliche Musik. “Mittendrin statt nur dabei!” Wusste ja auch schon das Deutsche SportFernsehen.
Olivier, der Hushpuppies Sänger, hat nicht den üblichen über-coolen Indie Shoegazer gegeben, sondern mitgefeiert und es geschafft mich in 15 Minuten zu überzeugen: Jetzt bin ich Fan. Auch wenn ich mich Mikey Four und seinem Plattendreherkollgen Jeff Automatic in durchnässtem Hemd in der Meanie Bar präsentieren musste, es hat sich gelohnt. Deshalb jetzt erstmal duschen…

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