Wieder Knust, wieder Saddle Creek und wieder ein nicht enden wollender Reigen guter Musik und hagelnder Zugaben. Die Two Gallants aus San Francisco haben uns gestern mit ihrer kruden Mischung aus Country und Punk beehrt. Zu diesem Anlass holten die Jungs und Mädels der Stadt ihre frisch erworbenen Western Shirts aus dem Schrank und zeigten den anderen durch große Gesten und zur Faust geballte Gesichter, dass sie die herzzerreißenden Songs des Duos am tiefsten fühlen. Überwiegend Songs der neuen selbstbetitelten Platte kommen zum Zug, das großartige “The Deader” oder das grenzdebil vorgetragene “Despite what you`ve been told”, aber auch wohlbekannte Gassenhauer für Cowboy Kids wie “Las Cruces Jail” und der berührende Höhepunkt des Konzerts, “Crow Jane” vom Debutalbum der Band. Wie uns die Band im Interview verraten hat, ist es die Rolle des Drummers Tyson Vogel, die Songs der Gentlemen durch sein punktgenau schepperndes, wirklich virtuoses Drumming mit Leben zu füllen, während Sänger und Gitarrist Adam Stephens den Stücken Seele gibt. Indeed ist es beeindruckend, wie sich der blonde Schmalhans durch die drei Alben seiner Band schreit und jammert, singt und kämpft, wie er seine Gitarre hin und her schnellen lässt und seine schlanken Beine den Takt stampfen. Ein Westernhemd trägt er zur Enttäuschung vieler nicht, dafür ein Shirt der Blood Brothers aus Seattle. Naja, H&M ist ja meistens recht kulant beim Umtauschen. Nach 70 Minuten verlässt die Band die Bühne doch das Publikum ist noch nicht satt, zu selten bekommt man Musiker zu sehen, die derart aufgehen indem was sie machen. Und so fordert das kurz vor rappelvolle Knust die Two Gallants insgesamt drei mal wieder auf die Bühne und entscheidet jedes DJ gegen Publikum Lautstärke Duell für sich.
Im nächsten Podcast erfahrt ihr mehr über die Two Gallants und an dieser Stelle gibt es schon mal eine exklusive Akustiksession mit Adam Stephens, ‘despite what you have been told’. Aufgenommen im dunklen Treppenhaus vor dem Auftritt.

dsa
4. Dec. 2007 | #